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Wilde Wiese Newsletter Nr. 44, Juni 2024

Liebe Wiesenfreund:innen,

in diesem Newsletter kommen – Premiere! – gleich zwei Pastoren zu Wort. Das lateinische Wort „pastor“ heißt ja „Hirte“, und damit sind wir doch irgendwie schon nah am Thema Wiesen und Weiden.

Jörg Prahler, Pastor von Damnatz, Langendorf und Quickborn, schreibt zum Quickborner Friedhof, der in diesem Newsletter auch schon Thema war, plädiert für die Artenvielfalt und macht sich seine Gedanken zu Ordnung und Schönheit. Für mich und für viele von uns ist die Wahrnehmung „Rasen=schön, Wiese= nicht schön“ schwer nachzuvollziehen, aber die Menschen sind verschieden und gerade an einem besonderen Ort, wie es ein Friedhof ist, ist es nicht immer leicht, alle mitzunehmen und niemanden zu überfordern.

Sascha Hintzpeter, Pastor in Gartow, eröffnet noch einen ganz anderen Blick. Beim Mähen mit der Sense wird für ihn deutlich, wie wir uns normalerweise von Maschinen abhängig machen und uns vielleicht sogar selbst ein bisschen wie eine Maschine in ein durchgetaktetes Leben einzwängen lassen. Es wäre gut, wenn unser Körper und unsere eigene Natur mehr zu ihrem Recht kommen.

Ich finde, das Mähen der eigenen Wiese ist wirklich nicht das schlechteste Beispiel dafür, dass wir uns zumindest in unserer Freizeit nicht immer von rigiden eigenen Ansprüchen und selbst auferlegten starren Plänen das Handeln aufzwingen lassen müssen. Kürzlich wurde ich gefragt, wie viele Stunden ich auf meiner eigenen Wiese arbeite. Ich habe frech geantwortet: Null Stunden. Denn so wie ich es mache, ist es keine Arbeit, sondern reine Freude. Ich mähe eine kleine Fläche, bei der ich gerade finde, dass die Wiese es brauchen kann. Bald bin ich schon wieder fertig, bis zum nächsten Mal, wenn mir eine andere Fläche „mähe mich“ zuruft. Dieses „kreative Mähen“ nach Gefühl und nach Lust und Laune ist für mich das Gegenteil zu einem weiteren nervigen Posten auf der To-Do-Liste. Und was will ich mehr: Das portionsweise Mähen ist auch noch für die Insekten der Wiese das Allerbeste. Wenn man dann noch, wie ich, von Flächengröße und Umständen her die Möglichkeit hat, meist mit der Sense zu mähen, ist das besonders schön. Ganz ohne Lärm und Gestank und nah am Wiesenleben.

Was gibt es noch? Spannende Veranstaltungshinweise, darunter unsere Einladung zum Sommerfest von Wilde Wiese Wendland am 24.08.24 (dick in den Kalender eintragen!). Achtung, Änderung zur Vorankündigung letztes Mal: Es geht schon um 14.00 Uhr los. Dann haben wir noch kleine Rückblicke auf den letzten Monat. Aus dem Newsletter unserer Schwesterorganisation Wilde Wiesen Lüneburg (Howdy und herzliche Grüße in den Wilden Westen!) stammt eine Buchempfehlung von Olaf Anderßon, der ich mich unbedingt anschließen kann.

Der Anhang liefert Infos zum Stand der Dinge beim Blühprojekt in Damnatz (hierzu gleich auch zwei Veranstaltungstipps). „Blühflächen“, also Einsaaten auf Zeit zum Beispiel auf Ackerflächen, werden oft mit Wiesen und Weiden, dem eigentlichen Anliegen von WWW, in einen Topf geworfen. Blühflächen sind im Grunde Brachen, die artenreich und wertvoll sein können, aber eine Entwicklung (Sukzession) durchmachen, so dass früher oder später nur noch wenige konkurrenzkräftige Pflanzenarten alles beherrschen. Will man die anfängliche Vielfalt zurück, muss die Entwicklung neu gestartet werden. Damit wird beim Blühprojekt Damnatz jetzt nach und nach begonnen. Wiesen und Weiden dagegen sind dauerhafte Lebensräume. Durch das regelmäßige Abmähen oder Abfressen des Aufwuchses stellen sich Gemeinschaften von Pflanzen ein, die diese Nutzung vertragen und letztlich auch brauchen. Sie müssen deshalb nicht immer wieder neu angelegt werden.

Ich wünsche, wir wünschen viel Freude beim Lesen!

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Georg (Urlaubsvertretung für Katja)

für WWW (wendland.wildewiese.net) / Trägerverein EinsWeiter e.V. – eins-weiter.net

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